Zur Geschichte – Kurzfom

Was als religöser Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken begonnen hatte,

entwickelte sich schnell zum Kampf um die Macht im Reich zwischen Kaiser und den

Reichsständen und steigerte sich schließlich zum Kampf der Großmächte um die

Vorherrschaft im Europa.

Der religiöse Gesichtspunkt geriet dabei zunehmend in Vergessenheit.

Machtgedanken traten in den Vordergrund, der Krieg an sich wurde – zumindest für die

bezahlten Söldner – zum Selbstzweck und gewann somit eine gewisse Eigendynamik, wie

die langjährigen Verhandlungen bis zum Abschluss des Westfälischen Friedens belegen.

Religionskonflikt

Nach der Reformation, die für die Spaltung der Konfessionen zuständig war, versuchten

zunächst katholische sowie protestantische Landesherren, eine für beide Seiten

akzeptable Verfassungsordnung und ein Mächtegleichgewicht zwischen den Konfessionen

im Reich zu finden. Beide Seiten versuchten ihre „Macht“ auszubauen oder

zurückzugewinnen, zudem wollten die Calvinisten ein Recht auf ihre eigene Konfession

realisieren.

Im Augsburger Friede wurde 1555 festgelegt, dass jeder Landesherr innerhalb seiner

Grenzen bestimmen darf, welche Konfession ausgebt wird. Was zunächst als eine

Lösung erscheint, bringt jedoch neue Probleme mit sich, da die „theologische Wahrheit“

umstritten bleibt, Untertanen die ihren Glauben nachgehen wollten gezwungen wurden in

ein anderes Land auszuwandern und dem Kaiser die kirchenpolitische Herrschaft

genommen wird.

Im Jahr 1608 untersagt der protestantische Rat der Stadt Donauwörth den Katholiken die

Ausübung ihres Glaubens, woraufhin Maximilian I Donauwörth gewaltsam zum

katholischen Glauben zurückführt. Als Folge dieses Mächteungleichgewichtes schließen

die protestantischen Reichsstände zur Protestantischen Union. Die Antwort der Katholiken

ist die gebildete Katholische Liga, die im Reich das Übergewicht des Katholizismus um

jeden Preis bewahren will und den Protestantismus weiter zurückdrängt.

Der Aufstand der mehrheitlich protestantischen böhmischen Stände im Jahr 1618 wurden

schließlich zum Auslöser für den großen Krieg.

Im Streit um die Nutzung einer Kirche in dem böhmischen Dorf Braunau hatte der streng

katholische, Österreichische Erzherzog und König von Böhmen Ferdinand II., den

Majestätsbrief widerrufen, der den Protestanten in Böhmen Religionsfreiheit zugesichert

hatte. Daraufhin schritten die Aufständischen im Mai 1618 zu einer in Böhmen

traditionellen Form des Protests und warfen die kaiserlichen Räte Martinitz und Wilhelm

Slavata sowie einen Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg. Die kaiserlichen Räte

überlebten den Fenstersturz; dies wurde von katholischer Seite als göttliche Fügung

gewertet.

Die böhmischen Stände beriefen sich auf ihr angestammtes Recht, ihren König selbst zu

wählen, und erklärten 1619 Ferdinand (der sie offensichtlich nicht in ihren Interessen

unterstützte) für abgesetzt. Statt seiner wählten sie den Kurfürsten Friedrich V. von der

Pfalz, das Oberhaupt der Protestantischen Union im Reich.

Trotz fehlender militärische Unterstützung zieht Friedrich kurz darauf in Prag ein und wird

in der Schlacht am Weien Berg bei Prag von Truppen der katholischen Liga unter Tilly

besiegt. Durch die anschließende Ächtung durch den Kaiser verlor Friedrich V. von der

Pfalz seine Kurwürde und seine Erblande, er ging als „Winterkönig“ in die Geschichte ein.

Kurze Übersicht über die Kriege

Der böhmische Krieg (1618-1620):

Friedrich von der Pfalz wurde von Herzog Maximilian und Tilly, dem Feldherrn der Liga,

besiegt. Kaiser Ferdinand ließ nach der Schlacht am Weien Berg bei Prag 27 böhmische

Adlige in Prag öffentlich hinrichten. Rund die Hälfte des Grundbesitzes in Böhmen und

Mähren wurde eingezogen und kaisertreuen Katholiken übergeben.

Der pfälzische Krieg (1621-1623):

Unter Tilly eroberten die Truppen der Liga die Pfalz. Da Friedrich von der Pfalz sich nicht

dem Kaiser unterwarf, wurde er als Kurfürst abgesetzt.

Der dänische Krieg (1625-1630):

Der protestantische, dänische König marschiert nach Norddeutschland. Die Truppen des

dänischen Königs werden unter Tilly und Wallenstein geschlagen.

 

Im Restitutionsedikt wird festgelgt, dass andersgläubige aus dem Territorium

ausgewiesen werden dürfen. Die Säkularisierungen durch die Protestanten werden als

ungültig erklärt.

Der dänische Krieg ist für Ferdinand II der Höhepunkt seiner Macht.

Der schwedische Krieg (1630-1635):

Gustav Adolf, protestantische König von Schweden sieht nach dem Ausscheiden von

Dänemark seine Chance gekommen, sein hegemoniales Ansinnen auf Nordosteuropa

durchzusetzen und marschiert in Norddeutschland ein. 1631 treffen die Truppen

Schwedens auf die Truppen Tillys. Tillys Truppen werden geschlagen und ermöglicht

Schweden den Vormarsch auf Süddeutschland. Durch die Wiedereinstellung Wallensteins,

gelingt es den kaiserlichen Truppen das Reich noch einmal zu verteidigen. 1634 wird

Wallenstein ermordet.

Der französische Krieg (1636-1648):

Es können keine entscheidenden Schlachten mehr entschieden werden, woraufhin die

Verhandlungen zum westfälischen Frieden beginnen. Die Folgen waren die freie

Kirchenwahl sowie insbesondere wurden dem Kaiser die Rechte entzogen und auf den

Reichstag übertragen

Ende und Resultate des 30-jährigen Krieges

24 Oktober 1648 "Westfälischer Friede" in Münster:

- 15. Mai 1648 Niederlande frei von Spanien

- Gleichgewicht zwischen den europäischen Mächten,

- das Verhältnis zwischen dem Kaiser und den deutschen Fürsten, und

- die Religionsfrage

- Die Macht des Deutschen Reiches wurde beschränkt, Frankreichs Machteinfluss

dagegen wurde größer. Die Stellung der Fürsten im Reich wird stark, sie werden politisch

völlig selbstständig damit zerfällt das Deutsche Reiche in über 300 Einzelstaaten

.

Die Religionsfrage wurde folgendermaßen gelöst:

- Die beiden Religionen sind gleichberechtigt

- Der Landesherr bestimmt in seinem Land die Religion. Andersgläubige dürfen

auswandern

Gebietsveränderungen:

- Freie Länder werden die Niederlande und die Schweiz.

- Frankreich bekommt Teile des Elsa und Städte in Lothringen (dies führt später

zu weiteren Auseinandersetzungen)

- Schweden bekommt Teile von Vorpommern (Küstengebiete der Ostsee)

Gewinner: die Fürsten, Frankreich, Schweden

Verlierer: der Kaiser (das Haus Habsburger), das Deutsche Reich, das Volk

Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte ganze Landstriche und hat vielfältige Spuren in

Kunst und Alltagsleben hinterlassen – wie z. B. Bet’, Kindchen, bet’, morgen kommt der

Schwed’ bis zu großen Werken von Schiller..

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